Woche 47 (zwar erst Donnerstag, aber nun ja)

Der Montag begann damit, dass ich schon morgens Wasser fahren musste, am Sonntag Abend war ich zu erschöpft gewesen. Also (noch) früher aus dem Haus, ich wollte es wirklich bis 8 schaffen, um es vorweg zu nehmen, es wurde nichts, Gummistiefel an und ein paar Ankle Boots, die ich in der Rollgarderobe gefunden hatte, … seit Jahren nicht getragen und komplett verdrängt, dass ich die überhaupt besitze, sehen aber noch sehr gepflegt aus, also Freude, quasi neue Schuhe durch Vergessen, diese Boots für die Arbeit mitgenommen. Als ich mit Pferde versorgen fertig war, zog ich sie gut gelaunt an, hach, neue Schuhe, und bereits beim ersten Schritt klapperte es komisch und ich hatte ein Déjà-vu, wie mir vor zig Jahren, es muss vor 2015 gewesen sein, auf dem Forecourt, und das erklärt auch warum vor 2015, mal der Absatz abgegangen war. Den ich dann mithilfe von etwas Werkzeug notdürftig wieder aufgebimst hatte und anschließend mehr schlecht als recht durch den Tag geeiert war.
Ach du Scheiße. Zum Glück fand ich dann noch ein Paar saubere Schuhe in meiner Nur-für-gute-Schuhe-Abteilung im Auto. Puh.

Ab da wurde die Woche aber nur noch besser. Sag ich jetzt mal so, die guten, die normalen Sachen vergisst man ja gleich wieder und an den negativen hängt man sich auf.

Ich hatte aber wirklich eine interessante Situation an der Ampel am Ebertplatz. Ja da. Im Sinn von positiv. Richtung nach Hause. Wie schon mehrmals stand das erste Auto nicht perfekt auf der Kontaktschleife und es gab keine Grünphase. Jemand müsste aus der Schlange ausscheren und sich auf die linke, leere Spur stellen. Ich ließ ein bisschen das Auto zurückrollen. Der vor mir bekam das mit und dachte anscheinend dasselbe, er fuhr nämlich ein Stück vor, so dass ich raus kam und mich hinstellen konnte wie geplant. Ich liebe es, wenn Menschen mitdenken.

Heute holte ich direkt nach der Arbeit Wurmkur. Eine ungewöhnliche Uhrzeit, ich ziehe ja abends gegen 7 vor, dann hat sie fertig operiert und es gibt keine Wartezeit. Heute Nachmittag stellte ich fest, dass diese Uhrzeit sich auch sehr eignet (muss ich mir merken!), es war niemand da – Null Wartezeit. Wir hatten geplant, alle jetzt eine Entwurmung und Blondie bekommt in 14 Tagen die restlichen 500 kg. Am Sonntag gab es ja Insolspritze für ihn, sie glaubt aber, er hat Grabmilben (ich lerne immer noch dazu), deswegen für ihn eine zweite Wurmkur. Ich fing mit dem Dicken an, dann die kleine Schnepfe, Blondie bekam aus dieser Tube noch für 300 kg und als ich die dritte Packung öffnete, Murphys law: das Ding war leer. Schon gebraucht. Das hatten wir alle zum ersten Mal.
Wohl oder übel musste ich sofort retour, man möchte ja auch keine Resistenzen, und als ich dort aufschlug, war die Bude voll. Also was man unter Coronazeiten so unter voll versteht, 2 Parteien mit je einem Tier. Es dauerte gefühlt lange. Als der Patient den Behandlungsraum verließ, unter Türaufhalten der TÄ, konnte ich schnell rein, Zauberwort nur Abholung.

Außerdem gestern wieder beim Kunden gewesen. Alle wohlauf. Sehr gut. Coronatechnisch allerdings durchwachsen. Kleiner Euphemismus.
Fürs Archiv: epidemische Notlage nationaler Tragweite vor kurzem auslaufen lassen. Nun: jedes Bundesland macht für sich. Intensivstationeninzidenz eingeführt.
Täglich ein neuer Rekord bei den Coronazahlen.
Koalitionsvertrag steht. Gestern.

Wir sind endlich drauf gekommen, wie die ganzen Mäuse immer wieder in die Garage gelangen

Nach wieviel Jahren? Wie dumm kann man sein?! (Sowas denke ich in letzter Zeit ja öfter, nur immer in Bezug auf andere Leute.) Anyways, ausschlaggebend war die Erkenntnis, dass auch in der Sauna Mäuse gewesen sein müssen, es wurden nämlich einige dort lagernde Tulpenzwiebeln kleingeschnurpst, und dann schaut man auf das geschlossene Fenster, auf die Wasserrohre, die diese beiden Räume verbinden, und auf das Mauerwerk drumrum, verwirft den Gedanken, kuckt ein bisschen bedrüppelt auf den Boden und verlässt schulterzuckend den Raum.
In der Folge liefert das Unterbewusstsein Bilder, die Jahrzehnte zurückliegen, wie einmal ein Frolic in der Waschküche aufgetaucht war, etwas, das es nur offen im Hundezwinger gab. Wie damals der Wasserablauf in der Waschküche mit einer … Bleiplatte oder was auch immer bedeckt worden war, ein lappiges, verblüffend schweres, biegsames Dings, das ich … keine Ahnung, irgendwie entsorgt?, jedenfalls weggenommen habe. Man geht die Wasserabläufe durch. Gibt es unterm Auto auch. Sauna auch. Sie haben ein unterirdisches Tunnelsystem . Na prima.

Erster Arbeitstag …

… nach Corona. Lustlos (und ausgeruht) stand ich auf und schaffte es nicht mal vor 8 ins Büro. Mittelmäßig schwungvoll fing ich an, erstmal Sachen bearbeiten, die sich auf dem Schreibtisch befanden, war gegen Mittag soweit, dass ich am liebsten gleich Feierabend gemacht hätte, steigerte mich dann unversehens in neues Zeug und war irgendwann am Nachmittag, ich hatte auch schon länger nicht mehr auf die Uhr gekuckt, verblüfft, als rundum Aufbruchstimmung einsetzte. Ich glaube so langsam, Homeoffice ist doch nichts für mich. Dabei hatte ich mich doch sofort in das Businesslaptop verliebt, das mir für eine Woche zur Verfügung stand. So was will ich jetzt auch. Warten auf Black Friday.
Natürlich gibt es auch wieder ein neues Design hier. Wie eigentlich immer nach einer Pause. Twenty Twelve glaube ich, mit wechselnden Headerbildern. Wir werden sehen…
Wordpress macht es immer komplizierter im Backoffice, kann man wirklich noch mehr unnötiges Gedöns einbauen, nur um ein simples Widget irgendwo hin zu hängen? Widgetblockeditor, my ass!

Samstag, 02.10.2021

Shoppingtour. Am Morgen den Kaufvertrag fürs Auto unterschrieben, vom Kfz-Händler aus konnte ich sehen, dass schräg gegenüber Hänger und Bus bereit standen, als wäre man auf dem Sprung. Als ich ins Café kam, mussten sie aber doch noch was arbeiten. Ich trank im Stehen einen Kaffee, wir tauschten Neuigkeiten aus. Auf dem Rückweg Ikea. Ich wollte einen Drehstuhl zum Schreibtisch. Nachdem ich den ganzen Rundlauf absolviert hatte und in der Lagerhalle vorm Paket stand, musste ich erkennen, dass ich das gar nicht ins Auto bekommen würde. Nach einem kurzen Intermezzo zuhause, bei dem ich bereits die Füße hochlegen musste, fand ich mich nach einem weiteren Baumarktbesuch erneut bei Ikea ein. Diesmal klappte alles, ich hatte für Platz gesorgt. Dann muss man ja auch noch Lebensmittel einkaufen, dann Pferde. Anschließend ein Viertel vom Auto ausgesaugt, dann war es 20 Uhr. Zeug kaufen ist anstrengend, dazu fühle ich mich, als hätte ich nichts erledigt, das Gefühl, Beute gemacht zu haben wird aufgesaugt von dem Frust, nichts Wirkliches geschafft zu haben.

Freitag, 01.10.2021

Das Regal fertig gebaut. Verblüffend gerade Löcher gebohrt ohne groß rechts/links/vorne/hinten zu kucken. Der neue Akkubohrer kam erstmals zum Einsatz, Kaufbeleg vom Februar 2020, das ist ja auch mal gut, so ein Gerät in Betrieb zu nehmen, kurz bevor die Garantie abläuft. Mehrmals musste ich Dübel wieder ziehen und durch längere ersetzen, weil die Löcher zu tief waren. In der Werkzeugkiste liegt ein vollkommen ausgehärtetes Gummi und am Ende fiel mir ein, welchem Zweck es diente – damit die Löcher nicht so tief werden. Wasserwaage fehlte auch, für solch widrige Umstände ist es wirklich gut geworden. Die ganze Zeit habe ich mich gefragt, wieso in dem einen Seitenteil zwei Dübellöcher sind, nicht in der Mitte, in ca 10 cm Höhe, aber egal, sieht man ja nicht. Als ich das andere Regal im Keller besichtigen wollte, stellte ich fest, dass es das nicht mehr gibt. Ich muss es mal zerlegt haben und habe nun einen Teil davon anderweitig verbaut, die Dübellöcher waren für den Boden, auf dem das Hängeregister stand. Ich hätte auch noch ein paar Einlegeböden gehabt und keine neuen kaufen müssen. Na sowas.
J. fragte, ob ich schon mal einen Geburtstag vergessen habe. Oh, auch na sowas, mir war an dem Tag auch so, als sei da was. Ich fand aber sowieso die ganze Woche reichlich verwirrend, ich wollte fast schon am Dienstag zum Kunden fahren. Trotz allem interessant, nach so vielen Jahren halbherziger Gratulationen am Nachmittag nun also unbeabsichtigt die Retourkutsche und ich finde es nicht mal schlimm.

Donnerstag, 30.09.2021

Mittwoch, gestern war Mittwoch.

10 Jahre, nachdem ich meinen Schreibtisch abgebaut und den ollen Computertisch in die Ecke gestellt habe, befand ich heute, der wird wieder in Betrieb genommen, plus ein oder zwei halbhohe Regale in greifbarer Nähe. Die gibt’s ja im Prinzip auch noch, nur eines so halb, das andere steht im Keller und über dessen Zustand bin ich aktuell nicht informiert. Aber erst einmal das eine, kleinere wieder fit machen. Ich brauchte ein neues Mittelteil und zwei Einlegeböden, das wurde direkt besorgt und gebohrt und gemacht, bis ich vom schwindenden Licht ausgebremst wurde. Ich wusste noch, wie die Konstruktion geht, sogar die Maße waren mir geläufig, bei der genauen Vorgehensweise lief es, nachdem ich das Mittelteil drin hatte und an die kleinen Bretter ging, nicht mehr so flüssig, wie ich das von meinen früheren Baukünsten in Erinnerung hatte. Die Augen sind auch deutlich schlechter geworden, plus mangelnde handwerkliche Fähigkeiten, das schrie irgendwann nach einer Fortsetzung bei Tageslicht.

Dienstag, 29.09.2021

Wieder das Falsche gekauft. Kalkreiniger. Irgendein Bioprodukt von, ich glaube, Polyboy. Jedenafalls nicht Antikal, was er haben will, weil es das Beste ist, sagt der Mann im roten Blaumann. Mein Talent zum falschen Produkt zu greifen ist unermesslich. (Schrieb ich nicht schon mal darüber?) Wo ich schon mal dabei bin, kann ich auch gleich über das Auto sprechen. Wie sehr hätte er mir etwas Moderneres gewünscht, was auch schön zum Ankucken ist, ständig hat er das Netz durchforstet und mir Vorschläge unterbreitet. Angebote ausgedruckt, Schwachstellen jeweils dazu, alle naslang kam was Neues auf. Fand ich zuerst gut, ich denke aber, man muss auch mal aufhören können. Drei davon bin ich probegefahren und fand sie so .. eins okay (der Outlander, bis auf dass der Turbo permanent pfiff), aber Preis-Leistung nicht und zwei geht gar nicht (Sportage, zu schwer – zog nichts und Sorento, super gepflegt aber knallhart gefedert). Gut, zwei von mir rausgesuchte fand ich auch nur mittel (Outbacks, ich stieß mir die Knie an der Lenksäule und außerdem: i-wie ungutes Gefühl). Irgendwann war der Markt leergekauft (ein Glück), das Angebot war von Anfang an nicht riesig gewesen und wurde zusehens weniger. Alles Spätfolgen von Corona. Gleichzeitig fand ich, dass ich meine Lebenszeit auf gar keinen Fall noch länger mit Autos-Recherchieren und am WE in halb Deutschland rumfahren verbringen möchte. Was von dem nicht vorhandenen Angebot würde ich also dringend haben wollen und das war mein Auto in jünger. Ich hatte eine Idee, wo es nicht allzu weit entfernt so etwas geben könnte, ganz ohne Internet, wo man in Text und Bildern doch nur die halbe Wahrheit sieht, ich fuhr auf Verdacht hin und dann gab es das exakt einmal, in echt, zum drumrumlaufen, reinsetzten und losfahren. Seitdem ist die Stimmung eher gedämpft. Wie kann man nur! So eine Karre kaufen. Also, ich freu mich drauf.

Der August drückt mir auf die Seele und ich sehe immer noch nicht, dass dazu was Ausführlicheres kommen wird. Jemanden verloren, die ich schmerzlich vermisse. Sehr, sehr. Die mir sehr viel gegeben hat, vermutlich ohne dass sie es überhaupt wusste. In der Folge jemanden gewonnen, bei vorsichtiger Betrachtung, so wie es sich bisher anlässt, um den ich sehr sehr froh bin. Und dann fragt man sich, warum man sich eigentlich nicht alle gleichzeitig so richtig kennen, treffen, liebhaben konnte.
Zurück zum September, der ist ja auch schon gleich wieder um, da war Bundestagswahl, da war Auto gekauft, beides letztes Wochenende. Am Telefon, auch noch nicht vorgekommen. Es wird noch fertig gemacht, hoffentlich klappt das bis zum angepeilten 5., Kfz-Leute haben anscheinend ganz viel zu tun und ich selbst ja auch.
Aktuell hat die Mischbatterie in der Dusche den Dienst quittiert, da kommt nur noch ein Plätschern. Der Mann im roten Blaumann hat sie zerlegt und entkalkt, verspricht aber nichts. Das ist bewerkenswert, insofern sehe ich auch einem, wenn nötig, dann hoffentlich baldigen Klempnerbesuch entgegen.