Mittwoch, 22.08.18

Nicht, dass ich keine Zeit gehabt hätte, gestern Abend was zu schreiben, es braucht anscheinend mehr als zwei Monate, um tägliches Schreiben zur Routine werden zu lassen. Hätte auch durchaus ein Sujet gehabt, wir waren nämlich mit Tante D. unterwegs. Friedhof natürlich, das war der eigentliche Grund der Veranstaltung und danach zum Liddel einkaufen. Wir = J. und ich, was allein schon erstaunlich ist, aber ich saß hinten und hab deswegen nicht viel mitgekriegt und mich in Autosuggestion geübt, schließlich fährt er sonst auch überall rum, da würde es statistisch gesehen jetzt auch gutgehen. Klappte nur auf der Hinfahrt.
Ich war ein bißchen geplättet, wie sich D. die Treppen runterschafft, Stufe für Stufe und dabei am Geländer festkrallt. Ich hatte nur beim Hochgehen mit erhöhter Schwierigkeit gerechnet, das hatte sie auch angekündigt, insofern war ich sehr froh, J. dabei zu haben. Laufen ist außerhalb ihrer Wohnung ganz schön problematisch geworden.

Anschließend gab’s Klöße mit Speck und Zwiebeln, J. raunte mir zu „Warum hast Du mir nicht gesagt, was es zu essen gibt?“, „Wieso?, „Ich esse doch keinen Speck mehr, das ist mir zu fett“, „Ach, das bißchen…“, ein Satz, den ich wenig später bereute, als D. mir nämlich das restliche Fett aus der Pfanne über die Klöße kippte. Als wir daheim waren, mußten wir erstmal auf Couch und Sesseln abhängen. Länger. Stundenlang.

Ich bin sicher, wenn ich diesen Text gestern Abend geschrieben hätte, würde er anders aussehen. Ich hätte über die Unmengen Tafeln Schokolade geschrieben und über J.s Versuche, ihr das auszureden. Darüber mache ich mir ja keine Illusionen mehr. Die hat ja auf Vorrat eingekauft, weil sie befürchtet, dass genau das vom Einkaufservice G. nicht mitgebracht wird.
Und über den Karton mit alten Fotos, die T. bei ihr abgegeben hat, damit sie sie seiner Mutter zukommen läßt, darin haben wir rumgewühlt und Interessantes aus diesem Zweig der Familie gefunden.

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Heute war dann Zahnarzt. Ich stelle mit großer Erleichterung fest, Zahnarzt macht mir überhaupt nix mehr. Überhaupt kein Kribbeln, während ich dahin fahre, einfach ein weiterer Termin. Diese Woche ist voller Termine, ich frage mich schon, wie ich das sonst mit Arbeit alles koordiniert habe.